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retro

Retro (von lat. „retro“ = rückwärts) ist ein Trendphänomen bzw. ein kulturelles Phänomen der Neuzeit, bei dem kulturelle Erinnerungsstücke zurückliegender Jahrzehnte, vom Alltagsgegenstand bis zum Musikstück, auf unterschiedliche Weise wieder aufgenommen und neu verarbeitet werden. Da es sich eher um ein Stilprinzip als um einen speziellen Stil (etwa den der 70er-Jahre) handelt, ist ein Retro-Stil nicht an eine bestimmte Epoche gebunden.

 

Im Design äußert sich dies durch formale Anlehnung an traditionelle Vorbilder, ohne dass sich Designer dabei an das Original gebunden fühlen. Auch wenn es im Retro-Design durchaus nostalgische Anklänge gibt, so steht doch das Interesse an formaler Variation im Vordergrund. Bei den hochwertigen Retro-Beispielen geht es daher eher um eine sinngemäße Nachahmung bzw. um eine formale Assoziationen anwendende Neuschöpfung als um eine reine Kopie.

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Organisches Design

Organisches Design steht sowohl für eine Stilrichtung als auch für einen Gestaltungsgrundsatz bzw. ein Konstruktionsprinzip. Als Stilbegriff bildet es den Gegensatz zu geometrischen, funktionalistisch-sachlichen Stilrichtungen, da es sich an organischen Formen und gelegentlich auch an anorganischen, insbesondere kristallinen Strukturen orientiert, die aber beide in der Natur vorkommen. Kraftvolle Wölbungen und dynamische Rundungen sind klassische Kennzeichen organischer Gestaltung. Typischerweise, aber nicht ausschließlich, werden amorphe, natürlich anmutende und die Natur symbolisierende Formen verwendet, um einen wohltuend natürlichen Eindruck zu erzielen. Viele Entwürfe spielen auf gewachsene oder von Naturgewalten geschliffene Strukturen an.

 

Als Gestaltungsprinzip ist das organische Design in vielen verschiedenen Stilrichtungen zu finden, es gibt hierfür keine stilistische Einheit. Organische Formfindung ist vielmehr sowohl in traditioneller als auch in Hightech- oder minimalistischer Stilgebung anzutreffen. Charakteristisch ist hier nicht der stilistische Ausdruck, sondern das der Natur nachgeahmte Konstruktionsprinzip (zellular, vernetzt, skelettartig, kristallin etc.), in dem die klassische statische Stützen-Lasten-Kombination zugunsten einer elastischer und freier wirkenden Konstruktion aufgegeben wird. Gemeinsam ist allen organischen Objekten eine von innen nach außen entwickelte Formgebung und eine Betonung des emotionalen Ausdrucks. Wiederkehrende Techniken sind ein asymmetrischer Aufbau, fließende Linienführung und weiche Formgebung, gerichtete Strukturen, plastische Volumen und eine dynamische Formensprache. In der organischen Architektur scheinen die Bauten mal zu wachsen, mal förmlich von innen nach außen zu explodieren.

 

In der Architektur haben Frank Lloyd Wright, Le Corbusier, Eero Saarinen und im deutschen Raum vor allem Hans Scharoun wegweisend gewirkt. Die Architektur Rudolf Steiners hingegen führte zu einem Sonderweg. Heute weisen futuristisch wirkende Architekturen von Frank O. Gehry, Zaha Hadid oder des Grazer Kunsthauses von Peter Cook wieder vermehrt organische Gestaltungselemente auf. Als herausragende Vertreter des organischen Designs gelten neben Vordenkern wie etwa Charles Eames, Ron Arad, Joe Colombo, Luigi Colani, Massimo Iosa-Ghini und Ross Lovegrove.

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Colani, Luigi

Der Designer Luigi Colani (eigentlich: Lutz Colani) (*2. August 1928 in Berlin, †16. September 2019 in Karlsruhe) ist vor allem durch seine aerodynamischen, biomorphen Formen für Schiffe, Motorräder, Flugzeuge, Brillen und Fotoapparate bekannt geworden. Sein Design hat Ergonomie als oberstes Gestaltungsziel. Mit dem Einsatz von thermoplastischen Kunststoffen in der Serienproduktion konnte Colani in den 70er-Jahren seine Vorstellungen in konkrete Produkte fassen. In der Sanitärbranche machte er sich mit einer der ersten Sanitär-Kollektionen (1971) für Villeroy & Boch einen Namen. Diese Arbeit gilt als der erste ganzheitliche Ansatz, modernes und ergonomisches Design im Badezimmer zu integrieren. Die Kollektion erfreute sich vor allem bei den Installateuren größter Beliebtheit.


Colani starb 2019 nach schwerer Krankheit im Alter von 91 Jahren. Er wurde am 5. Oktober 2019 in einem „Ewigkeitsgrab“, einer Gruft (Gruftenhalle 63/64) im Ehrenhof am Haupteingang des Hauptfriedhofes in Karlsruhe beigesetzt. Der Sarg war von ihm selbst entworfen worden.


Bei der Recher­che in den Archi­ven sind wir auf ein Inter­view aus dem Jahr 2000 gesto­ßen ...