Geberit UP-Spülkasten

Die Renovierungswelle ist da

03/21
Villeroy & Boch Antheus

Neue Standards für eine einfache und schnelle Installation: Mit vorgefertigten Montagesystemen gelingt die Bad-Modernisierung problemlos – auch eine nachträgliche Wartung wird durch Vorwandelemente oft vereinfacht.

    Glaubt man Marktforschungsunternehmen, so kommt auf den Immobilienmarkt in den nächsten Jahren eine lange Welle von Sanierungen zu. Die Erneuerung des Bades steht dabei in Deutschland an erster Stelle der geplanten Sanierungsmaßnahmen. Das legen die Ergebnisse einer Befragung im Auftrag der Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft e.V. (VDS) nahe. Demzufolge beabsichtigen 16,7 Millionen Bundesbürger, zeitnah in ihr Bad zu investieren. 6,2 Millionen Deutsche planen sogar eine Generalüberholung. Vor diesem Hintergrund erhält die internationale Leitmesse der Branche, die ISH 2021 in Frankfurt, eine besondere Bedeutung. Auf Sanierung und Modernisierung spezialisierte Produktkonzepte könnten der Branche helfen, die Dynamik dieses Marktes auch bei knapper Personalausstattung voll auszuschöpfen und effizienter zu gestalten.

    Die VDS fordert einen neuen Umgang von Politik, Wohnungsbaugesellschaften und Eigentümern mit stark veralteten Badezimmern. „Bei vermieteten Immobilien wird im Badezimmer häufig nur das Notwendigste saniert. Oft scheuen die Eigentümer die Investitionskosten oder mögliche Mietausfälle. Dabei zahlt eine Bad-Sanierung wie keine andere Modernisierungsmaßnahme in den Werterhalt einer Immobilie ein“, weiß VDS-Geschäftsführer Jens J. Wischmann.


    Dabei steht für die Zielgruppe der Baby-Boomer als Motiv für Sanierungen in den eigenen vier Wänden noch nicht einmal der Umzug oder der Immobilienerwerb im Vordergrund, sondern Defekte, Beschädigungen, allgemeiner Verschleiß sowie das Thema Barrierefreiheit. Auch die Sanierung unter Nachhaltigkeitsaspekten nimmt immer mehr an Bedeutung zu. Konnten in den Jahren 2017 und 2018 aufgrund fehlender Verarbeiterkapazitäten angesichts des Neubau-Booms viele Badsanierungen nicht gestartet werden, so ist nach Einschätzung von B+L Marktdaten, Bonn (www.bl2020.com) der Anteil der durchgeführten Sanierungen im Vergleich zum Jahr 2018 inzwischen wieder gestiegen. Insgesamt lässt die Sanierungsstudie 2020 eine positive Entwicklung bei den Bestandsmaßnahmen im Badezimmer erwarten.

    Modernisierungs- und Sanierungsbedarf in Privathaushalten, Bildungseinrichtungen und im Hospitality-Sektor

    Designkonzept von Bette

    Weg von der Wand: Mit einer der begehrten freistehenden Badewannen wird das sanierte Badzimmer neu strukturiert – Wasser- und Abwasserleitungen können je nach Bausubstanz von Wänden unabhängig verlegt werden.

    Für einige Sanierer spielt auch das Thema Inflation eine Rolle: Es werden Investitionen in selbstgenutzte oder vermietete Immobilien getätigt, um einem Wertverlust des Geldes entgegenzuwirken. „Bauherren, die fast 20 Jahre lang kaum Kapital ins eigene Bad investiert haben, profitieren nun von der enormen technologischen Entwicklung der Sanitärprodukte in den letzten Jahren. Neben dem nachhaltigen Mehrwert und dem Lifestyle-geprägten Fortschritt moderner Bad-Architektur schaffen innovative Badprodukte – wie etwa ein Dusch-WC oder eine großzügige bodenebene Dusche – einen konkreten Mehrwert und tragen somit zu einer Wertsteigerung der Immobilie bei“, erklärt Wischmann. „Die VDS rechnet in den nächsten 10 Jahren sowohl mit einer Sanierungswelle im Badezimmer als auch mit umfänglichen Investitionen im öffentlichen Bereich, etwa bei Kindergärten und Schulen sowie im Hospitality-Bereich. Das Interesse an einer Neugestaltung des Bads mit mehr Wohnqualitäten ist durchgängig: Für kein anderes Zimmer der Privatwohnung und für keinen anderen Funktionsbereich in öffentlichen Einrichtungen hat der Wunsch nach höherer Aufenthaltsqualität mehr Bedeutung.“


    Das Badezimmer ist gerade in den letzten Jahren zum Lifestyle-Zimmer geworden. Die Aufenthaltsqualität wächst, und die Ansprüche an das Interior Designs der Wohnung sollen auch im Bad erkennbar sein. Neue Funktionen und Nutzungskonzepte, wie zum Beispiel als Private Spa, machen das Bad zum Wunschkandidaten Nr. 1 aller Sanierungs- und Modernisierungswünsche rund um die eigenen vier Wände. Ob minimalistisch, trendig, betont wohnlich oder doch eher klassisch: Von der Fliese bis zur Badmöbelkollektion müssen alle Komponenten aufeinander abgestimmt werden. Eine professionelle Badplanung hilft bei den vielen anstehenden Entscheidungen und gibt Nutzungskonzepte an die Hand.


    Die Sanitärunternehmen haben sich auf die unterschiedlichen Raumsituationen eines Badezimmers in Neubauten und im Bestand eingestellt und halten geeignete System- und Modullösungen bereit. Die meisten Badplanungen sind so ohne Aufwand konfektionierbar. Doch gerade bei der Sanierung von Bestandsbädern sind auch individuelle Abmessungen und Lösungen gefragt. Gerade im Customising von Sanitärausstattungen hat sich in den letzten Jahren einiges getan: Nicht nur, dass Badmöbel, Waschtischkonsolen und sogar ganze Flächenwaschtische aus Keramik oder Mineralguss millimetergenau bestellt werden können – auch in Sachen Farbe und Oberfläche von Armaturen, Accessoires und Badmöbeln ist (fast) alles möglich. Dank einer digitalisierten Produktion und logistisch optimierter Handelskette sind Einzelanfertigungen in vielen Produktbereichen des Badezimmers bei deutschen Herstellern heute Service-Bestandteil.

    Umstieg auf barrierefreie Lösungen: Unabhängigkeit im privaten Bad

     TECE drainline Evo

    Die bodenebene Dusche ist ein smartes Feature im Bad - insbesondere, wenn es barrierefrei sein soll: Wenn es die Bausubstanz zulässt, ist auch die nachträgliche Montage einer bodenebenen Dusche möglich – wie hier mit einer Bodenrinne für den Wasserablauf.

    Bei einer immer mehr älter werdenden Bevölkerung wächst auch der Bedarf an barrierefreien Lösungen. Das barrierefreie Bad ist – unabhängig vom Alter – für körperlich eingeschränkte Menschen ein Schlüsselfaktor für lange Unabhängigkeit. Die Sanitärindustrie hält zahlreiche Lösungen bereit, um die Bewegungsfreiheit im Badezimmer zu verbessern. Dies ist bis zur vollständigen Barrierefreiheit umsetzbar. Aktuell besteht eine Versorgungslücke von 2,4 Millionen altersgerechten Wohnungen bzw. Bädern. Nur 560.000 Wohnungen in Deutschland sollen altersgerecht sein. Der Bedarf an barrierefreien Badezimmern wird in den nächsten Jahren rasant wachsen. Aktuell wird mit einem Bedarf von rund 3 Millionen altersgerechten Bädern gerechnet – bei durchschnittlichen Sanierungsinvestitionen von 15.000 Euro pro Badezimmer ergibt sich daraus ein Volumen von 45 Mrd. Euro.


    Je technischer und größer das Produkt ist, desto höher ist der Anteil von Fachhandwerk und Handel bei der Badsanierung. Die Sanitärindustrie hält unterschiedliche Installationssysteme bereit, um die Sanierung möglichst einfach zu gestalten. Vorwand-Installationen werden gleich von mehreren Herstellern angeboten und erleichtern die Montage von neuen wasserführenden Produkten deutlich. Das Angebot beinhaltet Elemente für Wand-WCs und Dusch-WCs mit einer optional verfügbaren Geruchsabsaugung. Dazu gibt es Vorwandelemente für Wandarmaturen und Duschen mit Wandablauf. Ebenfalls erhältlich sind Elemente für Waschtische, Urinale und Bidets sowie Montageplatten für die Aufnahme von Stütz- und Haltegriffen im barrierefreien Badezimmer. Zusätzlich überlegt die Branche, wie die Arbeitsabläufe bei der Badsanierung optimiert werden können. Eine präzise Vorfertigung soll den Ablauf einer Badsanierung vereinfachen. Die im Vorfeld gefertigten Module werden dann vor Ort im neuen Badezimmer zusammengefügt.