Altwerden im Kloster

Der Stützklappgriff und der Haltegriff des HEWI Systems 900 bilden am WC eine
aufeinander abgestimmte Einheit in mattem Schwarz.
Alle Fotos: Gandalf Hammerbacher
Das dem Gelände des Dreifaltigkeitsklosters war über
Jahrzehnte vom klösterlichen Leben geprägt. Jetzt entsteht hier ein Quartier,
das geistliche Tradition mit modernen Pflege- und Wohnformen verbinden soll. Produkte
des Herstellers Hewi tragen dazu bei, Barrierefreiheit in Sanitär- und
Beschlagbereichen funktional und gestalterisch durchgängig umzusetzen.
Den Ausgangspunkt der Neu- und Umgestaltung bildet der
Wettbewerbsentwurf von Dopo Architekten aus dem Jahr 2019. Gemeinsam mit dem
Orden der Steyler Missionsschwestern sowie dem Betreiber illerSENIO entwickelte
das Planungsteam ein langfristig ausgelegtes Nutzungskonzept für das Areal. Im
ersten Bauabschnitt wurde ein Pflegeheim mit 90 Plätzen geschaffen. Ergänzt
wurde es um Einheiten für Service-Wohnen, darunter Apartments für die
Ordensschwestern. Weitere Bauphasen umfassen zusätzliche Wohnangebote, eine
Tagespflege, eine Sozialstation sowie ein Seminarzentrum mit angeschlossenem
Tagungshotel.
Architektur zwischen Bestand und Neubau

Die offene Raumstruktur erstreckt sich über mehrere Zonen hinweg und wird
durch Holz- und Glaselemente gegliedert. Transparente Übergänge ermöglichen
Blickbezüge und unterstützen eine klare, funktionale Organisation des
Innenraums.
Im räumlichen Mittelpunkt der Anlage stehen weiterhin die
Kapelle und der Kreuzgang: „Sie bilden als identitätsstiftendes Zentrum
gemeinsam mit dem Pflegeheim und dem Service-Wohnen die neue Klosteranlage“,
erläutert der projektleitende Architekt Magnus Postweiler.
Die Neubauten greifen deren Ausrichtung auf und fassen das
Ensemble zu einer klar gegliederten Gesamtstruktur. Eine neu interpretierte
„Klostermauer“ verbindet Pflegeeinrichtung, Service-Wohnen und spirituelle Orte
miteinander. Gleichzeitig schafft sie gezielte Öffnungen, die Blickbezüge und
Zugänge zwischen Innen- und Außenraum herstellen.
Bei der Gestaltung von Fassade und Innenräumen setzt das
Gebäude auf eine helle, zeitgemäße Architektursprache. Über einem sandfarbenen
Sockel im Erdgeschoss erheben sich die Obergeschosse mit einer Holzfassade,
deren natürliche Oberfläche dem Bau eine warme und freundliche Ausstrahlung
verleiht. Großzügige Fensteröffnungen lassen Tageslicht tief in die Räume und
stärken die Beziehung zur umgebenden Parklandschaft, während Balkone
zusätzliche Aufenthaltsqualitäten schaffen.
Im Inneren setzt sich diese Atmosphäre fort.
Holzelemente in Böden, Raumteilern und Wandflächen sowie ein ruhiges
Farbkonzept aus Grün- und Grautönen prägen die Gestaltung. Breite,
lichtdurchflutete Flure mit gezielten Blickachsen strukturieren das Gebäude und
unterstützen seine offene räumliche Organisation. Offen angelegte
Gemeinschaftsbereiche mit Sitzgelegenheiten fördern Begegnung und Orientierung
im Alltag, während die Bewohnerzimmer als private Rückzugsräume gestaltet sind.
Deren Badezimmer wurden in Holzmodulbauweise vorgefertigt.
Barrierefreiheit als Planungsgrundlage

Die mattschwarzen Komponenten des HEWI Systems 900 unterstreichen das
Erscheinungsbild der barrierefreien Sanitärräume und greifen die reduzierte
Architektursprache konsequent auf.
Die barrierefreie Ausstattung bildet einen zentralen
Bestandteil des Entwurfskonzepts. Zum Einsatz kommen Systemlösungen von Hewi,
die speziell für Pflege- und Care-Bereiche entwickelt wurden. Das System 900
verbindet funktionale Details, langlebige Materialien und hygienisch optimierte
Oberflächen in einer klaren, reduzierten Formensprache. Ergänzend wurden
Produkte aus System 162, Armaturen sowie ein Duschhocker aus der Serie LifeSystem
verbaut. Sie sollen die Bedienbarkeit im Alltag erleichtern und zu einer
durchgängigen gestalterischen Linie im Gebäude beitragen. Durch
unterschiedliche Farb- und Materialoptionen – überwiegend in mattem Schwarz –
lassen sich die Produkte leicht auf das Innenraumkonzept abstimmen. So entsteht
eine Umgebung, die Sicherheit, Komfort und Selbstständigkeit der Bewohner
unterstützt und zugleich die Abläufe im Pflegealltag erleichtert.
Nachhaltig gedacht
Auch energetisch ist das Projekt auf Dauerhaftigkeit
ausgelegt. Luftwärmepumpen und Photovoltaik decken einen Großteil des
Energiebedarfs, während moderne Gebäudetechnik die Energieflüsse effizient
steuert. Der Verzicht auf fossile Brennstoffe unterstreicht den nachhaltigen
Ansatz des Projekts. Gleichzeitig zeigt sich Nachhaltigkeit auch im
architektonischen Umgang mit dem Bestand – etwa im Erhalt prägender Bauteile
und in der Nachverdichtung innerhalb vorhandener Infrastruktur.




