illerSENIO Campus in Laupheim

Altwerden im Kloster

08/26
Badezimmer des illerSENIO Campus in Laupheim

Der Stützklappgriff und der Haltegriff des HEWI Systems 900 bilden am WC eine aufeinander abgestimmte Einheit in mattem Schwarz.

Das dem Gelände des Dreifaltigkeitsklosters war über Jahrzehnte vom klösterlichen Leben geprägt. Jetzt entsteht hier ein Quartier, das geistliche Tradition mit modernen Pflege- und Wohnformen verbinden soll. Produkte des Herstellers Hewi tragen dazu bei, Barrierefreiheit in Sanitär- und Beschlagbereichen funktional und gestalterisch durchgängig umzusetzen.

Den Ausgangspunkt der Neu- und Umgestaltung bildet der Wettbewerbsentwurf von Dopo Architekten aus dem Jahr 2019. Gemeinsam mit dem Orden der Steyler Missionsschwestern sowie dem Betreiber illerSENIO entwickelte das Planungsteam ein langfristig ausgelegtes Nutzungskonzept für das Areal. Im ersten Bauabschnitt wurde ein Pflegeheim mit 90 Plätzen geschaffen. Ergänzt wurde es um Einheiten für Service-Wohnen, darunter Apartments für die Ordensschwestern. Weitere Bauphasen umfassen zusätzliche Wohnangebote, eine Tagespflege, eine Sozialstation sowie ein Seminarzentrum mit angeschlossenem Tagungshotel.

Architektur zwischen Bestand und Neubau

Die offene Raumstruktur erstreckt sich über mehrere Zonen hinweg und wird durch Holz- und Glaselemente gegliedert. Transparente Übergänge ermöglichen Blickbezüge und unterstützen eine klare, funktionale Organisation des Innenraums.

Im räumlichen Mittelpunkt der Anlage stehen weiterhin die Kapelle und der Kreuzgang: „Sie bilden als identitätsstiftendes Zentrum gemeinsam mit dem Pflegeheim und dem Service-Wohnen die neue Klosteranlage“, erläutert der projektleitende Architekt Magnus Postweiler.

 

Die Neubauten greifen deren Ausrichtung auf und fassen das Ensemble zu einer klar gegliederten Gesamtstruktur. Eine neu interpretierte „Klostermauer“ verbindet Pflegeeinrichtung, Service-Wohnen und spirituelle Orte miteinander. Gleichzeitig schafft sie gezielte Öffnungen, die Blickbezüge und Zugänge zwischen Innen- und Außenraum herstellen.

 

Bei der Gestaltung von Fassade und Innenräumen setzt das Gebäude auf eine helle, zeitgemäße Architektursprache. Über einem sandfarbenen Sockel im Erdgeschoss erheben sich die Obergeschosse mit einer Holzfassade, deren natürliche Oberfläche dem Bau eine warme und freundliche Ausstrahlung verleiht. Großzügige Fensteröffnungen lassen Tageslicht tief in die Räume und stärken die Beziehung zur umgebenden Parklandschaft, während Balkone zusätzliche Aufenthaltsqualitäten schaffen.

 

Im Inneren setzt sich diese Atmosphäre fort. Holzelemente in Böden, Raumteilern und Wandflächen sowie ein ruhiges Farbkonzept aus Grün- und Grautönen prägen die Gestaltung. Breite, lichtdurchflutete Flure mit gezielten Blickachsen strukturieren das Gebäude und unterstützen seine offene räumliche Organisation. Offen angelegte Gemeinschaftsbereiche mit Sitzgelegenheiten fördern Begegnung und Orientierung im Alltag, während die Bewohnerzimmer als private Rückzugsräume gestaltet sind. Deren Badezimmer wurden in Holzmodulbauweise vorgefertigt.

Barrierefreiheit als Planungsgrundlage

Badezimmer des illerSENIO Campus in Laupheim

Die mattschwarzen Komponenten des HEWI Systems 900 unterstreichen das Erscheinungsbild der barrierefreien Sanitärräume und greifen die reduzierte Architektursprache konsequent auf.

Die barrierefreie Ausstattung bildet einen zentralen Bestandteil des Entwurfskonzepts. Zum Einsatz kommen Systemlösungen von Hewi, die speziell für Pflege- und Care-Bereiche entwickelt wurden. Das System 900 verbindet funktionale Details, langlebige Materialien und hygienisch optimierte Oberflächen in einer klaren, reduzierten Formensprache. Ergänzend wurden Produkte aus System 162, Armaturen sowie ein Duschhocker aus der Serie LifeSystem verbaut. Sie sollen die Bedienbarkeit im Alltag erleichtern und zu einer durchgängigen gestalterischen Linie im Gebäude beitragen. Durch unterschiedliche Farb- und Materialoptionen – überwiegend in mattem Schwarz – lassen sich die Produkte leicht auf das Innenraumkonzept abstimmen. So entsteht eine Umgebung, die Sicherheit, Komfort und Selbstständigkeit der Bewohner unterstützt und zugleich die Abläufe im Pflegealltag erleichtert.

Nachhaltig gedacht

Auch energetisch ist das Projekt auf Dauerhaftigkeit ausgelegt. Luftwärmepumpen und Photovoltaik decken einen Großteil des Energiebedarfs, während moderne Gebäudetechnik die Energieflüsse effizient steuert. Der Verzicht auf fossile Brennstoffe unterstreicht den nachhaltigen Ansatz des Projekts. Gleichzeitig zeigt sich Nachhaltigkeit auch im architektonischen Umgang mit dem Bestand – etwa im Erhalt prägender Bauteile und in der Nachverdichtung innerhalb vorhandener Infrastruktur.