Hansgrohe Selecta: Ein Klassiker wird 50

07/19

Im Jahre 1901 kehrte der Tuchmachermeister Hans Grohe dem Webereihandwerk den Rücken, um einen Betrieb für Metalldrückwaren zu gründen. Auch wenn das private Hausbad gerade erst in Mode kam, spezialisierte er sich schon damals auf Blechbrausen und wurde so zu einem Pionier der damals noch jungen Sanitärbranche. Seit seinen Anfängen also ist das Unternehmen Hansgrohe geprägt von innovativen Gedanken, denen vor 50 Jahren auch die weltweit erste Handbrause mit verstellbaren Strahlarten entsprang: die Selecta. 

1968: Die weltweit erste Handbrause mit verstellbaren Strahlarten verkaufte sich über 30 Mio. Mal. 

2018: Strahlumstellung auf Knopfdruck: Select von Hansgrohe schafft spürbar mehr Bedienkomfort. 

Ein eigenes Badezimmer blieb für breite Bevölkerungsschichten bis Mitte des 20. Jahrhunderts in Deutschland purer Luxus. Hans Grohe die Brause als eine erschwingliche Alternative gegenüber dem Wannenbad. Daher war sie von Anfang an zentrales Element seiner Metalldrückerei und wurde ständig weiterentwickelt. So waren etwa 1928 die Handbrause selbst und 1953 die Brausenstange, an der sich die Handbrause in beliebiger Höhe befestigen lässt, wegweisende Innovationen. Diese Garnituren ermöglichten es erstmals, sich freihändig stehend und in unterschiedlicher Höhe abzubrausen. Was heute Standard im Bad ist, war damals eine Revolution der Duschgewohnheiten. Und 1968 kam dann mit der Selecta die weltweit erste Handbrause mit verstellbaren Strahlarten hinzu. 

 

Dieses Jahr feiert der Klassiker sein 50stes Jubiläum. Als „Garantiert Schwarzwälder Qualitätsverarbeitung von A-Z” auf den Markt gebracht, gilt sie bis heute als Inbegriff der Handbrause. Bis heute wurde Selecta über 30 Millionen Mal verkauft, das übertrifft sogar den VW Käfer, der mit 21,5 Millionen verkauften Fahrzeugen bis Juni 2002 das meistverkaufte Automobil der Welt war. 

 

Zudem entsprach das Design dem damaligen Zeitgeist: Orientierung an der optimalen Funktion und Technik, eckige Details und ein insgesamt sehr technisches Aussehen. Plexiglas wurde erstmals an Griff und Brausekopf mit den verchromten Teilen verknüpft, um den Metalleffekt durch die Lichtbrechung des modernen, bruchsicheren Kunststoffmaterials zu verstärken. Die Intensität des Brausestrahls konnte durch einfaches Drehen des Auslaufs selbständig variiert werden. 

 

Zu verdanken ist der Erfolg von Selecta dem Bauboom der späten 60er Jahre, der die Verkäufe explodieren ließ: Sind es 1968 noch 70.000 Stück, so werden drei Jahre später bereits 606.000 Selecta Brausen verkauft. Hansgrohe lieferte die klassische Variante noch bis 2015 vom Schwarzwald nach Europa, in die USA und sogar bis nach Südafrika.